Rückblick
Fotos: Horst Schweizer (Zollern-Alb-Kurier | Schwäbische Zeitung).
Gipfelstürmer-Lauf
Gleich mehrmals auf den Berg rennen:
Wer hier gewinnen will, braucht ordentlich Puste
Gelungene Premiere: „Gipfelstürmer“ stellen sich einer besonderen Herausforderung. Doch beim späteren Sieger läuft zunächst nicht alles rund.
Albstadt-Tailfingen. „Das war doch ein erfolgreicher Gipfelsturm, wir sind recht zufrieden“, lachte Matthias Angele. Er war zusammen mit Julian Köhnlein Erfinder und Ideengeber dieser Mega-Gaudi.
Doch wie kommt man dazu, so etwas im Tailfinger Schalkental zu machen? Wir beide laufen privat viel miteinander, auch Triathlons, da kam im Vorjahr irgendwann die Frage auf, wie ist das, wenn wir diesen Berg hochlaufen?“, erzählt Julian Köhnlein.
Gesagt, getan. Allerdings ließ sich die Idee im Vorjahr, eigentlich im Rahmen des 50-jährigen Stadtjubiläums gedacht und aus dessen Topf auch finanziell gefördert, nicht realisieren. Denn im Schalkental war eine Baustelle, Straße und Parkplätze wurden saniert.
Gipfelstürmer 2026: Beim Lauf in Tailfingen war wieder jede Menge los. 100 Höhenmeter und ein Kilometer müssen bewältigt werden – wer gewinnt, entscheiden mehrere Runden.
Daher erst heuer rückwirkend die Premiere des „Gipfelstürmers“, für das, was ein Orga-Team intensiv geplant hatte. Werbung wurde aufwendig betrieben, überall in der Stadt hingen gelbe Plakate, welche zum Mitmachen einluden. Doch wie so oft kommen solche Events erst bei der zweiten oder dritten Auflage zum Tragen, zum Erfolg. Daher soll es 2027 weitergehen.
„Der Modus ist echt toll, ebenso die gesamte Veranstaltung, es ist eine Herausforderung für jeden Läufer, aber wir hatten schon mit mehr Teilnehmern gerechnet“, meinte Thomas Merz der erste Vorsitzende des ausrichtenden Wintersportverein (WSV) Tailfingen. Insgesamt gingen am Samstagnachmittag bei besten Bedingungen 60 Läufer und Läuferinnen den Berg an. Nach dem Motto „Bist du bereit für die Herausforderung, auf die Plätze, fertig los!“
Platz 1 bis 4: Das Halbfinale ist sicher
Es galt, einen Höhenunterschied von rund 110 Meter zu bezwingen. Gestartet wurde in sogenannten Heats, die Männer begannen nach den zwölf Kindern, die eine kleine Runde zu absolvieren hatten, mit ihren Vorläufen. Wer auf den Plätzen eins bis vier landete, war sicher im Halbfinale, dazu kamen diejenigen mit den besten Zeiten auf den Plätzen.
Von Anfang an drückte Cedrik Bitzer dem „Gipfelstürmer“ seinen Stempel auf. Der 26-jährige Truchtelfinger, der auch 2025 die Jubiläums-Albstadt-Challenge in Pfeffingen gewann, lief schon im Vorlauf mit 5,02 Minuten die schnellste Zeit.
Läuft der Konkurrenz davon
Auf die Frage von Stephan Salscheider von AS Eventservice, der wie immer voller Elan und Begeisterung moderierte und die Besucher bestens informierte, wie er mit der Strecke zurechtkomme, meinte der Albstädter Top-Athlet: „Die Beine sind noch recht gut, aber oben auf der Ebene lief es im Vorlauf überhaupt nicht gut.“
Beeindruckend, wie der den Gipfelsturm im Halbfinale und Endlauf anging. Nach dem Start gingen die Gruppe den ersten Teil noch weitgehend zusammen, dann lief Bitzer den Konkurrenten davon. „Jetzt geht es in die Wand“, so Stefan Salscheider, also den Steilhang ganz oben, dort war der Truchtelfinger schließlich alleine zu sehen.
Warum bin ich dabei?
Der 38-jährige Fabian König aus Margrethausen wiederum lief mit, „um meine Grenzen auszutesten“. Er laufe ansonsten „nur sporadisch“, sagte er. Auch ein Frauen-Team war am Start. „Wir sind die Gipfelstürmerinnen und wollen hier einfach Spaß haben“, gaben Fenja Feil, Sarah Herter, Annabelle Blickle und Lies Ammann, ausgerüstet mit Skibrillen, zu Protokoll. Zudem wollten sie den WSV Tailfingen bei dessen Event unterstützen. Ältester Teilnehmer war der 63-jährige Frank Roller und der zwei Jahre jüngere Stefan Maag.
Cedric Bitzer und Fenja Feil vorne
Bei den Männern landete Cedric Bitzer mit 4:49,53 auf Rang 1 vor Tommy Haist, Sigmaringendorf (5:17,26) und Joachim Renner, Ammerbuch (5:32,80). Fenja Feil, siegte bei den Frauen in der Zeit 7:35,09 vor Mia Ilic (7:54,77) und Nicole König (8:05,73), alle drei kommen aus Albstadt.
Bei der Jugend U16 gewann Sarah Deufel in 7:01,44 vor Anka Godycka mit 7:40,52, bei liefen für die Skiverein Meßstetten. Das Finale der Kids U12 entschied Lukas Schaudt mit 1:36,01 für sich, Rang 2, beide vom Skiverein Meßstetten, holte sich Leonard Eppler (1:36,53) vor dem Albstädter Emilian Berghammer (1:37,23). Bei den U12 der Mädchen siegte Sophie Amann vor Salome Köhnlein, Ida Schneider und Emma Merz.
Die erfolgreiche „Gipfelstürmer“-Premiere endete abends mit einem großen Open Air „Rock am Lift“ mit „Leeeza“.
Bericht: Horst Schweizer (Zollern-Ab-Kurier / Schwäbische Zeitung).
Fotos: Jürgen Estler (WSV-Homepage-Redaktion / Streckenposten).
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